Blog - Part 2

Warum stressen wir Frauen uns ein Leben lang?

Warum rennen wir Frauen? Warum rennen wir die ganze Zeit? Warum kommen wir nie an? Warum sind wir nicht damit zufrieden, wo wir sind? Wie es um uns herum ist?
Wir rennen hinter den Kindern her, hinter ihrer Unordnung. Hinter unseren Männern, damit sie uns etwas Arbeit abnehmen.

Hinter den Erwartungen von anderen, damit sie uns positiv einschätzen.
Wir rennen und rennen, bis wir umfallen. Kann das das Ziel sein?
Oder haben wir vielleicht Angst, ans Ziel zu kommen?
Was wäre, wenn wir unser Ziel erreichen würden? Was würden wir dann tun? Wie wäre es, wenn es dort nichts zu tun gäbe? Wenn wir fertig wären? Wie wäre es, wenn wir fertig sein könnten? Wie wäre es, wenn wir fertig sein könnten und dabei zufrieden? Wenn wir nicht nach noch mehr Aufgaben suchen würden, weil wir genau richtig sind? Weil alles OK ist? Wirklich OK? Wenn wir gut genug wären, wenn unsere Arbeit gut genug wäre, wenn alles gut genug wäre?
Kannst Du Dir vorstellen dort anzukommen?

Ich nicht. Ständig suche ich noch nach weiteren Beschäftigungen, nach weiter, schneller, höher. Oder vielleicht nach sauberer, aufgeräumter, instagrammer?

Wie wäre es wenn ich ankommen würden und es wäre gut so? Wenn mein Wert fest stünde, ohne dass ich dafür arbeiten würde? Wenn ich einfach sein dürften? Auf dem Sofa oder in der Badewanne? Wenn ich meine Aufgaben einfach sein lassen könnte? Würde vielleicht ein anderes Familienmitglied einspringen?

Was wäre, wenn die Arbeit nicht gemacht würde und es wäre OK? Was wäre, wenn ich mich an einen anderen Level von Ordnung und Sauberkeit gewöhnen könnte? Oder mir eine andere Hilfe holen könnte? Was wäre, wenn ich dafür viel mehr Entspannung, Ruhe und Glück in meinem Leben hätte? Wenn ich dafür Zeit hätte, mal über mich und meine wirklichen Ziele nachzudenken? Wenn ich wieder Hobbies für mich entdecken könnte? Wenn ich wieder kreativ werden könnte? Wenn ich etwas anderes als Ordnung schaffen könnte? Wie wäre es, wenn ich Raum in meinem Kopf schaffen würde, für Neues? Für das Sein im Moment? Wenn ich nicht wie ein fliehendes Pferd ständig auf den Beinen wäre? Wenn ich nicht laufen würde? Egal ob von etwas weg oder zu etwas hin?

Was wäre, wenn ich meine Familie zurück gehalten hätte, weil ich immer schon vorauseilend alle ihre Wünsche erfüllt habe und ihnen jede Arbeit abgenommen habe?

Vielleicht probiere ich es mal aus, nicht zu rennen. Vielleicht bleibe ich einfach mal stehen und schaue, was passiert? Vielleicht bleibe ich einfach mal stehen und rieche an den Rosen? Vielleicht bleibe ich einfach mal stehen und schaue ob das gefürchtete Übel überhaupt eintritt? Vielleicht schaue ich ganz genau hin, wovor ich eigentlich solche Angst habe? Vielleicht schaue und höre ich ganz genau hin, welche Stimmen mich zum Weitermachen antreiben? Welche Stimmen mir einreden, dass alle diese Aufgaben jetzt und nur von mir erledigt werden dürfen? Vielleicht schaue ich ganz genau auf mein Umfeld? Vielleicht sind sie gar nicht so überrascht, wenn ich ein paar Aufgaben abgebe? Was wäre, wenn meine Kinder sogar froh sind, endlich selber machen zu dürfen?

Vielleicht habe ich Angst nicht gut genug zu sein und versuche mich durch meine ständige Arbeit irgendwie zu verbessern oder zu retten? Vielleicht wage ich gar nicht, nachzuschauen, was mich da verfolgt? Vielleicht habe ich schon längst vergessen, hinter mich zu schauen? Vielleicht verfolgt mich gar nichts mehr und ich habe es noch gar nicht gemerkt? Vielleicht habe ich noch nie darüber nachgedacht, aufzuhören mit dem Rennen, weil ich mir nie Zeit zum Nachdenken gebe? Vielleicht wird es jetzt dafür wirkliche Zeit?

Ich akzeptiere, dass ich gerannt und gerannt und gerannt bin. Ich akzeptiere, dass ich nie alles schaffen kann, egal wie schnell, hoch oder weit ich renne. Ich akzeptiere, dass es OK ist, um Hilfe zu bitten. Ich akzeptiere, dass es wichtig ist, mir Zeit zu nehmen um über mich und meine Ziele nachzudenken. Ich akzeptiere, dass es vielleicht erst einmal unangenehm sein kann, anzuhalten und auszuhalten, was auch immer dann kommt. Ich akzeptiere, dass ich das Anhalten erst lerne. Ich akzeptiere, dass ich mich lieber ablenke, und sei es mit nützlicher Arbeit, als meinen Geistern ins Gesicht zu schauen.

Ich akzeptiere, dass ich gelernt habe, dass ich mir Liebe mit gutem Verhalten “erkaufen” kann.

Ich akzeptiere, dass ich jetzt erst bei mir bleiben lerne. Ich akzeptiere, dass ich mich fast krank gerannt habe. Ich akzeptiere, dass Rennen in unserer Gesellschaft anerkannt und belohnt wird. Ich akzeptiere, dass ich OK bin, auch wenn ich anhalte. Ich akezptiere, dass innehalten OK ist. Ich akzeptiere, dass ich nicht alles schaffen kann. Ich akzeptiere, dass andere helfen können und dürfen. Ich akzeptiere, dass sie Aufgaben nicht so erledigen, wie ich es mir vielleicht wünschen würde. Ich akzeptiere ihre Ergebnisse. Ich akzeptiere Hilfe, egal in welcher Form sie mir gereicht wird. Ich akzeptiere, dass meine Helfer ihre eigenen Wege gehen. Ich akzeptiere, dass meine Helfer OK sind, auch wenn sie meinen Level der Perfektion nicht erreichen. Ich akzeptiere, dass Fehler passieren, mir und anderen.

Ich akzeptiere, dass ich kein gutes Vorbild für meine Kinder und besonders meine Töchter sein kann, wenn ich in der Familie das klaglos dienende Hausmädchen bin. Ich akzeptiere, dass ich ihnen Anhalten und Nachdenken beibringen möchte. Ich akzeptiere, dass niemand mich ersetzen kann und, dass das auch nicht nötig ist.

Ich akzeptiere, dass ich vielleicht manchmal doch wieder anfange zu rennen, obwohl ich es mir bereits abgewöhnt hatte. Ich akzeptiere, dass es immer tausende Aufgaben geben wird, denen ich hinterher rennen könnte. Ich akzeptiere, dass ich alleine entscheide, was meiner Aufmerksamkeit würdig ist. Ich akzeptiere, dass mich das Rennen in die falsche Richtung, nicht an mein Ziel bringen wird. Ich akzeptiere, dass mich das Rennen ohne Ziel nirgendwohin führen wird. Ich akzeptiere, dass ich jetzt anhalten werde und für mich eine Richtung bestimmen werde.

Ich lasse das sinnlose Rennen jetzt los. Ich bin OK, auch wenn ich hier an meinem Platz bleibe. Ich bin OK, auch wenn tausend Aufgaben nicht erledigt werden. Ich bin OK, egal, was ich mache oder lasse. Ich fasse jetzt einen Plan ins Auge. Ich plane, wo ich in Zukunft hin möchte. Dann entscheide ich, ob ich dorthin rennen oder normal gehen möchte. Ich entscheide mein Ziel und ich entscheide meine Geschwindigkeit. Ich entscheide, was wichtig ist und was unwichtig ist.
Ich entscheide, ob ich genug getan habe, ob ich genug bin.
Ich lasse das Rennen aus Unzufriedenheit jetzt los. Ich bin zufrieden hier, wo ich bin. Ich verbessere mein Leben langsam und ich genieße jeden Schritt.

Ich bin frei vom Drang alles jetzt sofort zu erledigen. Ich bin frei von meiner ToDo-Liste. Sie bestimmt nicht über mein Leben, sondern ich bestimme über die Liste. Ich nehme nur Dinge die mir wirklich wichtig sind auf meine ToDo-Liste auf. Ich weiß genau, wann genug ist, was nur Fleißarbeit ist.
Ich bin frei von dem Bedürfnis, mich irgendwie zu beschäftigen. Ich kann mit meinen Gedanken und Gefühlen leben.
Ich habe ein Ziel in meinem Leben. Ich kenne es genau und es erfüllt mich auch jetzt schon mit Freude, darauf hinarbeiten zu dürfen.

Ich bin hier und hier ist gut. Ich bin bei mir und bei meinen Gefühlen. Ich erledige, was erledigt werden will. Ich laufe nicht davon, ich laufe nirgendwo hin. Ich bin hier genau richtig.

Ich reiche. Ich bin wirklich gut genug.


Möchtest Du mehr von unseren meditativen Texten? Möchtest Du sie vielleicht hören? Unser Online-Audio-Kurs enthält fast 70 davon!


Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel?

Oder war es “das Ziel ist das Ziel”? Wie groß der Einfluss dieser Philosophie auf das Leben sein kann, habe ich beim Plätzchenbacken mit Kindern beobachtet.

Wie backt man als Erwachsener Plätzchen?

Man stellt die Zutaten bereit, heizt den Ofen vor, mischt, rührt, rollt und sticht aus, backt und verziert. Fertig! Und natürlich lecker.

Wie backt man mit Kindern Plätzchen?

Man stellt die Zutaten bereit, und dann schüttet ein Kind Milch in den Topf, ohne zu wiegen, ein anderes probiert den Teig, ein drittes holt noch hilfreicherweise Eier aus dem Kühlschrank, hält die Packung aber nicht richtig fest und so weiter. Die Plätzchen werden lecker aber sie sehen nicht instagram-würdig aus.

Wie würde man sich nach dem Backen fühlen, wenn man das Motto “das Ziel ist das Ziel” hat?

Wie viel Spaß hätte man beim Backen mit Kindern? KEINEN. Man würde es hassen, die Kinder vielleicht beschimpfen und sie auf jeden Fall von ihrer Art des “helfens” abhalten. Und wenn das Ergebnis, also die Plätzchen, dann trotzdem nicht so toll geworden sind?

Jetzt stell Dir das Backen mit der Philosophie des “der Weg ist das Ziel” vor. Gemeinsam mit den Kindern irgendetwas machen. Ihnen etwas beibringen. Entspannt auf zu viel Milch oder kaputte Eier reagieren. Entspannt “Monsterkekse” verzieren.

Entspannt gemeinsam mit den Kindern das Ergebnis knuspern.

Vielleicht können wir diese Philosophie auf mehr Teile unseres Lebens anwenden? Wie wäre es, wenn auch wir den Weg genießen dürften?

Die Neuro-Wissenschaft hat festgestellt, dass die Menschen glücklicher sind, die “Prozessdenken” haben als die Menschen, die sich alleine auf ein fernes, zu erreichendes Ziel konzentrieren.

Prozessdenken bedeutet dabei, dass man beim Arbeiten, beim Tun die einzelnen Schritte wertschätzt und in jeder Stufe zu lernen versucht.

Wir haben einfach mehr vom Leben, wenn wir den Weg zu unseren Zielen schon entspannt genießen! Wenn wir es wagen, uns schon vor der Erfüllung unserer Ziele zu freuen. Wenn wir das Ziel nicht so ernst nehmen, wie jeden Moment, den wir auf dieser Erde genießen dürfen.


Du kannst den Weg genießen lernen mit unserem Online Audio Kurs. In ca. 70 geführten hypnotischen Meditationen.


Emotionales Essen in 5 Schritten stoppen

Merkst Du, wenn Du aus emotionalen Gründen isst?

Vielen emotionalen Essern geht es so, dass sie Mengen essen und erst wenn der Magen schmerzt, fällt ihnen auf, dass sie aus anderen Gründen als aus Hunger gegessen haben. Geht es Dir manchmal auch so? Beobachte Dich selbst kurz vor dem Essen, beim Essen und spüre, wie Du Dich nach der Mahlzeit fühlst. Bald wirst Du die Anzeichen dafür kennen, dass emotionales Essen im Spiel ist. Vielleicht kannst Du hier schon vorsichtig “Stopp” sagen?

 

Kennst Du Deine “Trigger”?

Trigger sind Momente, Gerüche, Gefühle, Geräusche, bei denen Du direkt wieder in eine emotional negativ aufgeladene Stimmung hinein kapituliert wirst. Wenn Dich irgendwas an eine stressige Situation auch nur erinnert, fühlt es sich so an, als wärst Du wieder mitten drin. Du spürst sofort wieder die alte Scham, die alte Angst oder die alte Wut. Immer wieder!

Wenn Du Dich gut beobachtest, wirst Du immer mehr Situationen finden, die Dich stressen, ohne dass die Situation an sich so bedrohlich ist.

 

Weißt Du, wie Du Deine Gefühle loslassen kannst?

Jetzt merkst Du schon, dass Du aus emotionalen Gründen isst und Du weißt vielleicht auch schon, welcher Trigger dies ausgelöst hat. Nun fragst Du Dich vielleicht, was Dir dieses Wissen nützt? Schließlich sind die alten Verhaltensweisen weiter stark. Das Gefühl essen zu müssen ist immer noch überwältigend?

Versuche nun, das Gefühl auszuhalten. Ist es Scham? Ist es Angst? Ist es Wut? Vielleicht eine Mischung oder noch etwas anderes? Kannst Du vielleicht spüren, wann Du dieses Gefühl zuerst gespürt hast? War es eine Situation in Deiner Kindheit?

Kannst Du Dir vorstellen, dieses Gefühl einfach auszuhalten? Einfach etwas später zum Essen zu greifen?

Kannst Du Dir vorstellen, dein Herz zu öffnen und die Situation mit ihren Gefühlen loszulassen? Frei zu lassen? Kannst Du versuchen, das Gefühl so lange zu spüren, bis es von selbst vergeht? Stell Dir vor, dass dieses Gefühl nie wieder kommt,  wenn Du es einmal hast gehen lassen? Stell Dir vor, dass Du Dich weiter an die ursprünglich Situation erinnern kannst, sie aber nicht mehr so emotional aufgeladen ist, sie nicht mehr so wichtig für Dich ist?

 

Weißt Du wie Du einfach achtsam essen lernst?

Ich kenne emotionales Essen als Essen ohne Geschmack, ohne Gefühl. Kennst Du das? Ich habe großen “Hunger” ich finde etwas, irgendwas zu Essen, ich esse es so schnell ich kann, bis ich nicht mehr kann.

Wie würde das Gegenteil von solchem Konsum aussehen?

Spüre Deinen Körper. Spüre in Deinen “Hunger”. Hast Du wirklich Hunger? Knurrt Dein Magen? Worauf hast Du Appetit? Würde ein Apfel, Brokkoli Deinen Appetit befriedigen? Wenn es nur Süßigkeiten oder Knabbereien oder Alkohol sein kann, ist wahrscheinlich emotionaler Hunger im Spiel.

Wie wäre es, wenn Du in dem Moment, wo Brokkoli oder Äpfel nicht appetitlich scheinen, einfach nichts isst?

Wenn jetzt Obst oder Gemüse doch attraktiv werden, hast Du wahrscheinlich richtig Hunger. Mache Dir etwas schönes, gesundes zu Essen und setze Dich in Ruhe hin.

Das fällt wahrscheinlich besonders schwer, doch konzentriere Dich auf Dein Essen. Kein Fernsehen, kein Lesen, kein Handy!

Wie schmeckt der erste Bissen? Wie schmeckt der zweite? Wie schmeckt der Zehnte? Gefällt Dir immer noch, was Du im Mund hast? Vielleicht nicht mehr!? Dann ist es Zeit mit dem Essen aufzuhören!

Genieße Dein Essen solange es gut schmeckt und höre dann auf, wenn es nicht mehr mundet!

Übe alles Essen was Du zu Dir nimmst, vollständig zu schmecken. Wenn Du Dir dies zur Gewohnheit machst, wirst Du zukünftiges emotionales Essen schneller erkennen und schneller stoppen können.

 

Kannst Du Dir “Ausrutscher” verzeihen?

Stell Dir vor, Du hast Dich doch wieder beim emotionalen Essen erwischt oder bist nach einer Episode mit schmerzendem Magen “wieder aufgewacht”. Wie bist Du in dieser Situation bisher mit Dir umgegangen? Hast Du mit Dir geschimpft? Böse Wörter benutzt? Hast Du Dir gesagt, dass Du es nie schaffen wirst oder Dich anderweitig herunter gemacht?

Wie wäre es, wenn Du Dir verzeihen würdest, dass Du jetzt doch wieder in Dein altes Muster zurück gefallen bist? Wie wäre es, wenn Du einfach weiter machen würdest? Wenn Du Dir sagst, dass Du auf jeden Fall aus diesem Moment lernen könntest? Kannst Du Dich jetzt noch an den Trigger erinnern? (Meist ist das in diesem Moment schwierig, wenn der volle Magen schon die Gefühle blockiert). Vielleicht liegt der Trigger auch schon ein paar Tage zurück? Wann fing diese Episode wirklich an?

 

Schaue nach vorne statt zurück. Sprich mit Dir, wie Du mit einer Freundin sprechen würdest, die in der selben Situation ist. Was würdest Du gerne von einer Freundin hören?

 

Merke einfach, dass Ausrutscher zum Lernen dazu gehören. Glaube fest, dass es besser wird und Du dies gerade daran erkennst, dass es manchmal doch wieder wie früher ist. Aber seltener!

 

Hier sind nochmal die 5 Schritte emotionales Essen zu stoppen:

  1. Schritt: lerne emotionales Essen zu bemerken
  2. Schritt: lerne Deine “Trigger” zu erkennen
  3. Schritt: lerne Deine Gefühle auszuhalten, loszulassen
  4. Schritt: lerne achtsam zu essen
  5. Schritt: Verzeih Dir emotionales Essen

 

Emotionales Essen überwinden. Geht das?

Dieser Artikel ist Teil einer neuen Serie zum Thema Abnehmen.

Kennst Du das? Einfach etwas essen (oder Trinken) zu müssen? Vielleicht auch obwohl Du längst satt bist? Dann hast Du vielleicht in Deiner Jugend gelernt, dass Essen Liebe bedeutet oder Sicherheit, oder dass Deine Gefühle nicht Ok oder nicht erlaubt sind.

„Du brauchst nicht weinen!“

Oder wurde Dir immer wenn Du geweint hast, etwas Süßes angeboten?

„Hier nimm ein Bonbon!“

Kann es sein, dass Du damals gelernt hast, Deine Gefühle mit Essen zu dämpfen oder zu stopfen?

Wenn Du gelernt hast, Gefühle mit Essen zu “behandeln”, dann ist es wahrscheinlich, dass Du diese Lösung auch im Erwachsenenalter benutzt. Dann ist es wahrscheinlich, dass Du mindestens ein wenig übergewichtig bist.

Hast Du gegen die plötzlichen Hunger-Attacken auch schon “Tricks” angewendet? Tricks, wie das Zählen von zehn bis eins rückwärts oder hast Du schon versucht, den Hunger mit schierer Willenskraft zurück zu halten? Wie lange hat das funktioniert? Bei mir hat das oft zu noch größeren Hungerattacken geführt.

„Dieser Trick funktioniert! (Nicht)“

Ab und zu mal aus emotionalen Gründen zu essen ist kein Problem. Es wird erst zum Problem, wenn man so viele zusätzliche Kalorien zu sich nimmt, dass man zu nimmt. Ich habe mich einige Woche mit einer Kalorienzähl-App verfolgt. An normalen Tagen hatte ich ein kleines Kaloriendefizit, war also auf dem Weg, abzunehmen. Regelmäßig hatte ich allerdings einen Tag in der Woche, an dem mein Essverhalten stark abwich: an solchen Tagen habe ich dann über 4000 Kalorien gegessen. In der Summe habe ich dadurch genauso viel gegessen, um mein Gewicht zu halten. Immerhin, kann man sagen. Nicht zugenommen. Trotzdem sieht man daran, dass auch “seltenes” emotionales Essen langfristig zu Übergewicht führen kann.

Obwohl sich der emotionale Hunger so stark und überwältigend anfühlt, kannst Du ihn überwinden!

  • Lerne Deine Gefühle anders zu behandeln, lerne damit anders umzugehen. Lerne Deine Gefühle zu spüren und sie dann einfach gehen zu lassen. Stell Dir vor, es wäre nicht mehr nötig, sie zu stopfen, weil sie einfach von selbst vergehen, wenn Du sie lässt!
  • Lerne Dich in Deinen Ansprüchen an Dich und die Welt um Dich zu entspannen.
  • Stärke Dein Selbstwertgefühl, dann gibt es seltener Grund für Dich, Dich mit Essen zu trösten.
  • Lerne Dein Herz zu öffnen und alte Geschichten los zu lassen. Dann fällst Du nicht mehr in die alten Gefühle, nur weil Dich irgendetwas an eine Niederlage, eine Scham erinnert.
  • Entwickle Mitgefühl mit Dir selbst. Verzeihe Dir, wenn Du doch noch mal viel zu viel isst. Schließlich führen Vorwürfe wieder zu weiteren negativen Gefühlen, die Du dann vielleicht wieder versuchst mit Essen zu behandeln.
  • Lerne intuitives Essen. Lerne genau zu spüren, was Dir bekommt, wann Du satt bist, ob Du vielleicht nur Durst hast oder ob irgendein Stress jetzt zu diesem Hunger führt. Erinnere Dich wieder an die Art, wie Du als Kind gegessen hast (bevor Du mit Lob und Tadel darauf trainiert wurdest, immer Deinen Teller leer zu essen), oder wie Du vielleicht als Schwangere viel besser auf Deinen Körper gehört hast. Es ist ein Lernprozess der Zeit benötigt. Trotzdem kannst Du Dich langfristig von allen Essproblemen befreien, wenn Du die Geduld dafür aufbringst. In zwei oder mehr Jahren zum Wunschgewicht zu kommen ist doch immer noch besser als nie?

Seit ich diese Lernschritte durchlaufen habe und mit meinen Gefühlen arbeite, statt sie zu bekämpfen, hat sich mein Leben stark gewandelt:

  • Ich kann mich nicht genau erinnern, wann ich das letzte Mal aus emotionalen Gründen viel gegessen habe.
  • Ich habe neulich tatsächlich vergessen einen Nachtisch zu essen (beziehungsweise ich war mit einem Apfel zufrieden!)
  • Wenn ich keine Schokolade im Haus habe, ist das kein Problem mehr für mich!

Ich nehme zwar langsam, dafür aber dauerhaft ab. Ich fühle mich viel ausgeglichener. Es macht mir wirklich Spaß, beim Essen und auch sonst auf meine Intuition zu vertrauen.

 

Soll und Muss Spiel

Wie wäre es, wenn ich mein Leben wie der Buddha führen könnte? Wenn ich nichts müsste und von niemandem verlangen würde, anders zu sein, als er ist? Wenn niemand (auch ich nicht) mehr irgendetwas sein oder machen soll?

Wie kannst Du dieses Gefühl erreichen?

Wir haben ein Spiel entwickelt, mit dem man die Erleuchtung erreichen kann. Mindestens teilweise.
Deine Sprache zeigt Dein Denken und Deine Sprache beeinflusst Dein Denken.
Stell Dir vor, Du veränderst Deine Sprache und damit auch Dein Denken!

Du merkst schnell, wie sehr Du Dich und andere unter Druck setzt, wenn Du “muss” benutzt. Nach kurzer Zeit fallen Dir diese Wörter auch bei anderen negativ auf.

Du kennst sicher dieses Zitat aus dem Talmud:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Das Soll-/Muss-Spiel setzt hier an.
Du hörst ab jetzt auf Deine Sprache und findest andere Formulierungen wo Du heute noch “ich muss” oder “er soll” sagst.
Lass Dir helfen! Finde jemanden in Deinem engen Umkreis, der für Dich auf Deine Sprache achtet. Gib ihm oder ihr eine Belohnung für jedes Entdecken.
Bist Du zu wütend um die Belohnung zu bezahlen, sage, Du machst das später und hole es nach, wenn Du Dich beruhigt hast (wenn Du immer bei Wut die Belohnung verweigerst, weil Du meinst im Recht zu sein, dann hört Dein Mitspieler wahrscheinlich auf, auf Deine Sprache zu achten).

Langsam wirst Du die Pyramide des Lernens erklimmen. Du kennst sie wahrscheinlich.

Pyramide der Lernkompetenzen

Unbewusste Inkompetenz
Du sagst die ganze Zeit “muss” und “soll” und merkst es kaum. Wenn Dein Partner Dich wieder erwischt, bist Du überrascht.
Bewusste Inkompetenz
Du ertappst Dich selbst sehr oft dabei, wie Du die beiden Wörter benutzt und korrigierst Dich sofort.
Bewusste Kompetenz
Du sprichst konzentriert und vermeidest die beiden Wörter. Es kostet Dich etwas Mühe.
Unbewusste Kompetenz
Mühelos sprichst Du in der neuen Sprache. Du machst Dir selbst weniger mentalen Druck.

Wie sieht das Spiel bei uns zu hause aus?

Kinder im Grundschulalter sind schon gut in der Lage zuzuhören und sie ertappen ihre Eltern sehr gerne bei Fehlern. Wir haben unseren Kindern am Anfang 10 Cent pro Fall geboten. Das war anscheinend nicht genug oder nicht interessant genug. Als wir den Preis auf 1€ angehoben haben, waren die Kinder sehr motiviert und haben am Tag ca. 5€ verdient.

Auch die Erwachsenen in der Familie haben sich zusammengetan und gegenseitig auf ihre Sprache geachtet. Das Geld fließt dabei hin und wieder zurück. Es geht auch gar nicht um die Summe, sondern darum, dass man sich der Sprache bewusst wird. Das erreichen wir mit dem kleinen Nadelstich der Zahlung von einem Euro sehr gut.

Die Kinder lernen bei diesem Spiel auch auf ihre eigene Sprache zu hören. Sie lernen sich selbst zu korrigieren. Wenn wir unsere Kinder “erwischen” antworten sie oft: “Kinder zahlen nicht”. Deshalb verdienen sie auch Geld bei diesem Spiel. Wir tauschen ihre Münzen gegen Scheine und spielen mit denselben Münzen weiter.

Ergebnis

Das Ergebnis ist eine entstresste Sprache, ein entstresstes Leben. Ich muss nichts! Und ich setze mich selber nicht damit unter Druck irgendwas zu müssen.

Als Familie haben wir gelernt, wie sehr wir uns unter Druck setzen. Wir müssen ständig etwas, egal ob es unsere Freizeit, unsere Arbeit oder unsere Körper betrifft.
Wir haben gelernt, dass wir hohe Ansprüche haben. Wir versuchen sehr oft anderen ein bestimmtes Verhalte vorzuschreiben, indem wir sagen, wie sie sein sollen, oder was sie tun sollen.

Vielleicht ist die Sprachkultur in Deiner Familie anders? Vielleicht erklimmst Du die Lernpyramide dieses Spiels viel schneller als wir?

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