September, 2018 | Glückswissenschaften

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Emotionales Essen überwinden. Geht das?

Dieser Artikel ist Teil einer neuen Serie zum Thema Abnehmen.

Kennst Du das? Einfach etwas essen (oder Trinken) zu müssen? Vielleicht auch obwohl Du längst satt bist? Dann hast Du vielleicht in Deiner Jugend gelernt, dass Essen Liebe bedeutet oder Sicherheit, oder dass Deine Gefühle nicht Ok oder nicht erlaubt sind.

"Du brauchst nicht weinen!"

Oder wurde Dir immer wenn Du geweint hast, etwas Süßes angeboten?

"Hier nimm ein Bonbon!"

Kann es sein, dass Du damals gelernt hast, Deine Gefühle mit Essen zu dämpfen oder zu stopfen?

Wenn Du gelernt hast, Gefühle mit Essen zu “behandeln”, dann ist es wahrscheinlich, dass Du diese Lösung auch im Erwachsenenalter benutzt. Dann ist es wahrscheinlich, dass Du mindestens ein wenig übergewichtig bist.

Hast Du gegen die plötzlichen Hunger-Attacken auch schon “Tricks” angewendet? Tricks, wie das Zählen von zehn bis eins rückwärts oder hast Du schon versucht, den Hunger mit schierer Willenskraft zurück zu halten? Wie lange hat das funktioniert? Bei mir hat das oft zu noch größeren Hungerattacken geführt.

"Dieser Trick funktioniert! (Nicht)"

Ab und zu mal aus emotionalen Gründen zu essen ist kein Problem. Es wird erst zum Problem, wenn man so viele zusätzliche Kalorien zu sich nimmt, dass man zu nimmt. Ich habe mich einige Woche mit einer Kalorienzähl-App verfolgt. An normalen Tagen hatte ich ein kleines Kaloriendefizit, war also auf dem Weg, abzunehmen. Regelmäßig hatte ich allerdings einen Tag in der Woche, an dem mein Essverhalten stark abwich: an solchen Tagen habe ich dann über 4000 Kalorien gegessen. In der Summe habe ich dadurch genauso viel gegessen, um mein Gewicht zu halten. Immerhin, kann man sagen. Nicht zugenommen. Trotzdem sieht man daran, dass auch “seltenes” emotionales Essen langfristig zu Übergewicht führen kann.

Obwohl sich der emotionale Hunger so stark und überwältigend anfühlt, kannst Du ihn überwinden!

  • Lerne Deine Gefühle anders zu behandeln, lerne damit anders umzugehen. Lerne Deine Gefühle zu spüren und sie dann einfach gehen zu lassen. Stell Dir vor, es wäre nicht mehr nötig, sie zu stopfen, weil sie einfach von selbst vergehen, wenn Du sie lässt!
  • Lerne Dich in Deinen Ansprüchen an Dich und die Welt um Dich zu entspannen.
  • Stärke Dein Selbstwertgefühl, dann gibt es seltener Grund für Dich, Dich mit Essen zu trösten.
  • Lerne Dein Herz zu öffnen und alte Geschichten los zu lassen. Dann fällst Du nicht mehr in die alten Gefühle, nur weil Dich irgendetwas an eine Niederlage, eine Scham erinnert.
  • Entwickle Mitgefühl mit Dir selbst. Verzeihe Dir, wenn Du doch noch mal viel zu viel isst. Schließlich führen Vorwürfe wieder zu weiteren negativen Gefühlen, die Du dann vielleicht wieder versuchst mit Essen zu behandeln.
  • Lerne intuitives Essen. Lerne genau zu spüren, was Dir bekommt, wann Du satt bist, ob Du vielleicht nur Durst hast oder ob irgendein Stress jetzt zu diesem Hunger führt. Erinnere Dich wieder an die Art, wie Du als Kind gegessen hast (bevor Du mit Lob und Tadel darauf trainiert wurdest, immer Deinen Teller leer zu essen), oder wie Du vielleicht als Schwangere viel besser auf Deinen Körper gehört hast. Es ist ein Lernprozess der Zeit benötigt. Trotzdem kannst Du Dich langfristig von allen Essproblemen befreien, wenn Du die Geduld dafür aufbringst. In zwei oder mehr Jahren zum Wunschgewicht zu kommen ist doch immer noch besser als nie?

Seit ich diese Lernschritte durchlaufen habe und mit meinen Gefühlen arbeite, statt sie zu bekämpfen, hat sich mein Leben stark gewandelt:

  • Ich kann mich nicht genau erinnern, wann ich das letzte Mal aus emotionalen Gründen viel gegessen habe.
  • Ich habe neulich tatsächlich vergessen einen Nachtisch zu essen (beziehungsweise ich war mit einem Apfel zufrieden!)
  • Wenn ich keine Schokolade im Haus habe, ist das kein Problem mehr für mich!

Ich nehme zwar langsam, dafür aber dauerhaft ab. Ich fühle mich viel ausgeglichener. Es macht mir wirklich Spaß, beim Essen und auch sonst auf meine Intuition zu vertrauen.

Möchtest Du das auch? Es geht mit unserem Online Audio Kurs emotionales Essen überwinden.

 

Soll und Muss Spiel

Wie wäre es, wenn ich mein Leben wie der Buddha führen könnte? Wenn ich nichts müsste und von niemandem verlangen würde, anders zu sein, als er ist? Wenn niemand (auch ich nicht) mehr irgendetwas sein oder machen soll?

Wie kannst Du dieses Gefühl erreichen?

Wir haben ein Spiel entwickelt, mit dem man die Erleuchtung erreichen kann. Mindestens teilweise.
Deine Sprache zeigt Dein Denken und Deine Sprache beeinflusst Dein Denken.
Stell Dir vor, Du veränderst Deine Sprache und damit auch Dein Denken!

Du merkst schnell, wie sehr Du Dich und andere unter Druck setzt, wenn Du “muss” benutzt. Nach kurzer Zeit fallen Dir diese Wörter auch bei anderen negativ auf.

Du kennst sicher dieses Zitat aus dem Talmud:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Das Soll-/Muss-Spiel setzt hier an.
Du hörst ab jetzt auf Deine Sprache und findest andere Formulierungen wo Du heute noch “ich muss” oder “er soll” sagst.
Lass Dir helfen! Finde jemanden in Deinem engen Umkreis, der für Dich auf Deine Sprache achtet. Gib ihm oder ihr eine Belohnung für jedes Entdecken.
Bist Du zu wütend um die Belohnung zu bezahlen, sage, Du machst das später und hole es nach, wenn Du Dich beruhigt hast (wenn Du immer bei Wut die Belohnung verweigerst, weil Du meinst im Recht zu sein, dann hört Dein Mitspieler wahrscheinlich auf, auf Deine Sprache zu achten).

Langsam wirst Du die Pyramide des Lernens erklimmen. Du kennst sie wahrscheinlich.

Pyramide der Lernkompetenzen

Unbewusste Inkompetenz
Du sagst die ganze Zeit “muss” und “soll” und merkst es kaum. Wenn Dein Partner Dich wieder erwischt, bist Du überrascht.
Bewusste Inkompetenz
Du ertappst Dich selbst sehr oft dabei, wie Du die beiden Wörter benutzt und korrigierst Dich sofort.
Bewusste Kompetenz
Du sprichst konzentriert und vermeidest die beiden Wörter. Es kostet Dich etwas Mühe.
Unbewusste Kompetenz
Mühelos sprichst Du in der neuen Sprache. Du machst Dir selbst weniger mentalen Druck.

Wie sieht das Spiel bei uns zu hause aus?

Kinder im Grundschulalter sind schon gut in der Lage zuzuhören und sie ertappen ihre Eltern sehr gerne bei Fehlern. Wir haben unseren Kindern am Anfang 10 Cent pro Fall geboten. Das war anscheinend nicht genug oder nicht interessant genug. Als wir den Preis auf 1€ angehoben haben, waren die Kinder sehr motiviert und haben am Tag ca. 5€ verdient.

Auch die Erwachsenen in der Familie haben sich zusammengetan und gegenseitig auf ihre Sprache geachtet. Das Geld fließt dabei hin und wieder zurück. Es geht auch gar nicht um die Summe, sondern darum, dass man sich der Sprache bewusst wird. Das erreichen wir mit dem kleinen Nadelstich der Zahlung von einem Euro sehr gut.

Die Kinder lernen bei diesem Spiel auch auf ihre eigene Sprache zu hören. Sie lernen sich selbst zu korrigieren. Wenn wir unsere Kinder “erwischen” antworten sie oft: “Kinder zahlen nicht”. Deshalb verdienen sie auch Geld bei diesem Spiel. Wir tauschen ihre Münzen gegen Scheine und spielen mit denselben Münzen weiter.

Ergebnis

Das Ergebnis ist eine entstresste Sprache, ein entstresstes Leben. Ich muss nichts! Und ich setze mich selber nicht damit unter Druck irgendwas zu müssen.

Als Familie haben wir gelernt, wie sehr wir uns unter Druck setzen. Wir müssen ständig etwas, egal ob es unsere Freizeit, unsere Arbeit oder unsere Körper betrifft.
Wir haben gelernt, dass wir hohe Ansprüche haben. Wir versuchen sehr oft anderen ein bestimmtes Verhalte vorzuschreiben, indem wir sagen, wie sie sein sollen, oder was sie tun sollen.

Vielleicht ist die Sprachkultur in Deiner Familie anders? Vielleicht erklimmst Du die Lernpyramide dieses Spiels viel schneller als wir?

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